• Sabrina

WENN ELTERN FLÜGGE WERDEN...

Aktualisiert: 25. Dez 2018

Warum wir uns mit 47 entschieden haben, unsere Jobs zu kündigen, unsere schöne Eigentumswohnung zu verkaufen und den ganzen Haushalt aufzulösen.



Schon vor längerer Zeit haben wir immer wieder davon geträumt und darüber geredet, dass wir so gerne für längere Zeit als nur für 2-3 Wochen im Jahr, Zeit im Ausland verbringen möchten. Vor allem hatten wir beide das starke Bedürfnis, die langen, kalten und uns deprimierenden Winter in Europa, an der Wärme zu verbringen.


Doch damals waren unsere beiden Girls noch in der Phase der Schulzeit und später dann in der Berufsfindung, die sich schwieriger gestaltete und länger dauerte, als wir alle gedacht haben.

Wir wurden zu Hause also gebraucht und hätten die Auszeit nicht wirklich entspannt geniessen können, während zu Hause unsere pubertierenden girls damit beschäftigt gewesen waren, 'erwachsen werden zu müssen' und versuchten, sich im Ausbildungs- und Berufsfindungs-Marathon alleine durch zu kämpfen.


So blickten Markus und ich sehnlichst auf den Sommer 2017 - der Sommer, an welchem unsere Girls zeitgleich ihre Erstausbildungen abschliessen würden. Unsere Mädels würden dann - vorausgesetzt sie finden eine Anstellung nach der Berufslehre - auch nicht mehr finanziell von uns abhängig sein, da sie anständig bezahlte Jobs hatten.



Früher als geplant...


Im Frühling 2016 ging es mir (Sabrina) nicht sonderlich gut.

Obwohl ich einen tollen Teilzeit-Job in einem lebhaften Schulsekretariat mit super Arbeits-Kollegen und ganz nah von meinem Wohnort hatte, erfüllte mich dieser Job nach 6 Jahren nicht mehr. Ich war nicht nur - 'nicht mehr erfüllt' - sondern die Rahmen-Bedingungen begannen mich immer mehr zu belasten. Ich sah einfach keinen Sinn mehr darin, Tag für Tag zu den immer gleichen Zeiten, am gleichen Arbeitsplatz im kleinen Sekretariat sitzen zu müssen und mehr oder weniger stets die gleichen Abläufe zu durchlaufen, welche ich zum Teil sehr gut auch von zu Hause aus hätte erledigen können.

Aber wie es leider oftmals ist, sind die Firmenstrukturen offenbar 'in Stein gemeisselt' oder die geistige Flexibilität vieler Personen der 'obersten Hierarchie-Stufen' nicht ausreichend entwickelt, um auf moderne Trends & individuelle Bedürfnisse der Mitarbeiter eingehen zu können.


Routine ist bekanntlich tödlich.

Meine Motivation sank über Monate immer weiter runter, bis ich im Sommer 2016 an meinem persönlichen Tiefpunkt ankam. Ich war damals schon seit Monaten unzufrieden, depressiv verstimmt, lustlos, antriebslos & zum Schluss ständig müde, ohne Lebensfreude und unkontrollierbaren Heulkrämpfen. Ich existierte & funktionierte; mehr nicht.

1 Jahr früher als ursprünglich geplant, zog ich noch rechtzeitig die Notbremse, kündigte, gönnte mir eine kurze Auszeit der Neuorientierung, spürte wieder ganz genau, was ich wollte, meldete meine Selbständigkeit an, erlernte autodidaktisch neue Skills, erstellte mir meine eigene Homepage (www.readyforlife.ch), startete meine Social-Media-Präsenz, vernetzte mich online mit Gleichgesinnten und fand meine ersten tollen Auftraggeberinnen als VA Virtuelle Assistentin. Zusätzlich begann ich, meine ersten persönlichen Blogposts zu schreiben und entdeckte meine Gabe und die Freude am Schreiben von Texten.

Sommer 2017 - Endlich!


Der schon seit gefühlten Äonen herbei ersehnte Sommer 2017 kam dann doch noch und wir feierten mit unseren beiden Girls ihren erfolgreichen Lehrabschluss an einem wunderschönen Tag im Juli.



So was von verdient !!! BRAVO girls ❤️

Markus hatte inzwischen bei seinem Arbeitgeber einen unbezahlten Urlaub von Nov17- März18 bewilligt bekommen und die Vorfreude, sowie auch leise Ängste und Unsicherheiten auf unsere Auszeit, stiegen.

  • Was würde bei unserem persönlichen Experiment herauskommen?

  • Wie würde sich wohl das Leben über längere Zeit weg von unserer gewohnten Umgebung (Komfortzone) anfühlen?

  • Wie würde es sich auf unsere Beziehung auswirken, plötzlich 24h am Tag, 7 Tage die Woche zusammen zu sein?


Was die Destination anging, konnten wir uns sehr lange nicht festlegen und solange wir keinen klaren Impuls spürten, würden wir auch keinen Flug buchen. Klar war für uns beide, wir wollen den kalten europäischen Winter überbrücken und irgendwo an die Wärme fliegen. Wir sprachen über Costa Rica & Südamerika, über Vietnam / Laos / Kambodscha & Thailand und über Bali & Indonesien.


Die Entscheidung, wo wir schlussendlich starten werden, war mit meiner spontanen Anmeldung an ein Yoga-Surf-Business-Retreat im Süden Sri Lankas festgelegt. Wir würden also im Nov17 in Sri Lanka starten und so geschah es. Wir flogen am 1.11.17 von Zürich nach Colombo. Gebucht & geplant hatten wir vorgängig nur den Hin-Flug, die ersten beiden Nächte in Colombo + mein 6-tägiges Retreat. Alles andere bis Ende März 2018 würde sich spontan ergeben.

Und wie weiter?


Unsere 5monatige Auszeit war einfach wunderbar. Wir hatten weder Heimweh, noch wurde es uns langweilig, noch gingen uns die warmen Temperaturen oder der (fast) tägliche Sonnenschein auf den Wecker. Auch bekamen wir von den FlipFlops keine Blasen und wir kratzten uns auch nicht gegenseitig die Augen aus, weil wir täglich zusammen waren.


Wir hätten sehr gut in unserem langsamen Reisestil weiter machen können und hätten auf Bali am liebsten einen mehrwöchigen Workaway Job im ruhigen Amed angenommen... aber die Pflicht rief! Markus musste Anfang April 18 wieder an die Arbeit. Sein unbezahlter Urlaub war vorüber.


Eines fühlte er bereits jetzt: Seine Motivation für die Arbeit war 0,000% gestiegen - im Gegenteil: Er konnte es sich schon gar nicht mehr vorstellen, sein Leben im Hamsterrad-Modus von work - eat - sleep - repeat wie in den letzten Jahren und denen davor, zu verbringen. Es war auch keine Option, einfach weiter durchzubeissen bis er das Pensionsalter erreichen würde - denn dieses liegt 2018 noch 18 Jahre in der Zukunft!



Wenn nicht jetzt - wann dann?

So kam es, wie es kommen musste: Markus entschied sich bereits vor der Rückreise, seinen Job auf Ende 18 zu kündigen. Jetzt, da unsere 'Kinder' erwachsen und selbständig geworden und im Frühjahr aus unserer Familien-Wohnung ausgezogen sind, sind Markus & ich beide reif, um entgegen der Gesellschaft, unseren ganz eigenen neuen Lebensstil zu finden, der uns gefällt, uns erfüllt, glücklich & zufrieden macht! Egal, was andere darüber denken mögen...


Unser Plan: im 2019 wieder auf Reisen zu gehen, auf unbestimmte Zeit... und diesmal soll uns keine Job-Verpflichtung zurückpfeifen! - stattdessen sind es dieses Mal die Behörden. Denn wir können maximal 12 Monate ausser Landes gehen und weiterhin am letzten Wohnort angemeldet bleiben. Danach müssen wir bekannt geben, ob und wo wir entweder in der Schweiz oder im Ausland Wohnsitz anmelden wollen.

Um uns übers Auswandern Gedanken zu machen ist es noch zu früh - denn wir wissen einfach noch nicht, wie wir unsere Zukunft gestalten möchten - haben unser Wohlfühl-Modell einfach noch nicht gefunden! Warum muss es denn überhaupt ein entweder oder geben? - wir ziehen eindeutig das sowohl - als auch vor!


Am liebsten würden wir einfach so lange im Ausland bleiben, wie wir Lust dazu haben und sind auch gerne bereit, unsere Versicherungen und Steuern weiterhin in der Schweiz zu bezahlen. Das ist gar kein Thema!

Wir wollen uns einfach nicht vorschreiben lassen, wie lange wir wo und wie leben... wir möchten einfach frei sein und frei aus dem Herzen entscheiden können. Aber es scheint fast so, dass man sich die Freiheit erkämpfen muss.

Vielleicht sind die Gesetze so eingerichtet, dass man den mutigen Freigeistern & Querdenkern möglichst viele Hürden in den Weg legt, damit nicht plötzlich alle auf den Gedanken kommen, dass sie komplett nach ihrem Gusto leben könnten und die Wirtschaft darunter leiden könnte, wenn da plötzlich alle freier sein möchten?! Wer weiss das schon.... möglich wärs ja !!



Verkaufen oder vermieten?


Für Markus war klar: verkaufen! Ich tat mich anfänglich sehr schwer mit dem Gedanken, unsere schöne Eigentumswohnung an traumhafter Lage mit See- und Bergblick zu verkaufen. Ich fühlte mich innerhalb unserer 4 Wände inkl. dem tollen Balkon sehr wohl.


Ich sah aber auch ein, dass wir erst dann so wirklich frei sein würden, wenn wir möglichst alle Verpflichtungen los wurden. Zumal wir ohne das Geld, welches unsere Wohnung abwerfen würde, nicht so lange und so unbeschwert reisen könnten...

So kam es, dass wir unsere Wohnung mit einem Immobilien-Makler innerhalb von 3 Monaten an glückliche neue Eigentümer verkaufen konnten - auch wir waren glücklich. Win Win! Ende gut - alles gut !


Nach dem Auflösen unseres kompletten Haushalts und der Schlüsselabgabe werden wir uns endlich um die ersten Schritte für unsere nächste Reise kümmern können! Im Januar 2019 soll's losgehen, soviel ist klar. Gewisse Ideen, wohin es zu Beginn gehen könnte, sind vorhanden - entschieden oder gar gebucht ist jedoch noch nichts!!

Auf den Socialmedia Kanälen von Travelling Soulmates und natürlich auch hier erfahrt ihr, was wir erleben und wohin es geht !


Stay tuned !




© 2018 travellingsoulmates